Thassos – grüner Geheimtipp in Griechenland mit einem Hauch Ägypten

Nachdem Yannik in seinem letzten Beitrag über seinen Urlaub auf der griechischen Insel Kos berichtet hat, möchte ich euch nun ebenfalls von meinen Ferien in Griechenland erzählen. Anders als Yannik hat es mich allerdings in den Norden der Ägäis getrieben. Ich habe meinen Urlaub gemeinsam mit meiner Familie auf der nördlichsten bewohnten ägäischen Insel Thassos (auch Thasos) verbracht. Das kann ich euch empfehlen!

Die Anreise nach Thassos ist ein wenig komplizierter, aber die Insel ist die Reise auf jeden Fall wert. Los ging es für mich und meine Familie in Düsseldorf, wo wir einen Flug in das etwa dreieinhalb Stunden entfernte Kavala nahmen. Von dort aus ging es weiter mit dem Taxi bis zu Hafenstadt Keramoti, von wo man bequem mit der Fähre nach Thassos übersetzen kann. Auf Thassos angekommen holten wir dann zunächst unseren Mietwagen ab. Den möchte ich für einen Urlaub auf der Insel dringend empfehlen.

Denn die einzelnen Städte liegen doch recht weit auseinander und es so gut wie keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt. Mit einem Auto hingegen ist man ziemlich flexibel und kann die verschiedensten Ecken der Insel erkunden. Es ist sogar möglich eine Mal komplett um die Insel zu fahren, was etwa fünf bis sechs Stunden dauert – wenn man ab und an aussteigt, um sich die verschiedensten Dörfer und Strände anzugucken.

Ferienort Skala Kallirachi – Strand für jeden Geschmack

Unsere Ferienwohnung befand sich im 600-Seelen-Dörfchen Skala Kallirachi. Das Örtchen ist nicht sonderlich groß oder pompös, jedoch hat es alles, was man für einen Urlaub braucht. Neben zwei Minimärkten, gab es einen Bäcker, einen Metzger und ein paar kleine Restaurants. Skala Kallirachi liegt direkt an der Küste, sodass man von unserer Wohnung aus nur circa drei Minuten bis zum Strand brauchte, was besonders meine kleine Schwester mit ihrer Luftmatratze sehr erfreute. Allerdings gliedert sich der Strand in zwei Abschnitte. Auf der einen Seite gab es einen Strand, der über Liegen und Sonnenschirme verfügte, die man benutzen konnte, wenn man sich am Strandkiosk etwas zu trinken kaufte. Dieser Strandabschnitt war stets sauber und gut besucht. Auf der anderen Seite gab es einen Strandabschnitt, der keinen Kiosk, Liegen und Schirme hatte. Hier musste man alles selber mitbringen, aber dafür dann auch am Strand nichts kaufen. Welchen Strandabschnitt ihr bevorzugt, könnt ihr für euch selbst entscheiden, es ist aber auf jeden Fall für jeden etwas dabei.

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Mit dem Boot einmal um die Insel – fast…

Direkt an unserem zweiten Tag auf der Insel entschieden, wir uns dazu eine Bootsfahrt um  die Insel zu machen. Am Hafen von Limenas, der größten Stadt in Thassos, bieten verschiedene Boote die unterschiedlichsten Fahrten an. Wir entschieden uns für eine Inselrundfahrt mit der Eros II. Die Bootsfahrt sollte circa acht Stunden gehen, wobei viermal in schönen Buchten angehalten werden sollte, an denen man von Bord gehen und schwimmen kann. Inklusive Mittagessen zahlten wir mit vier Personen für die Tour insgesamt 105 Euro, da meine Schwester zum Kindertarif mitfuhr. Nachdem wir an Bord gegangen waren, kam es aber leider zu Enttäuschungen. Da wir aufgrund von hohem Wellengang nicht rechtsherum um die Insel fahren konnten, musste unser Kapitän nach circa einer Stunde umdrehen und es andersherum zu versuchen. Bis zum ersten Schwimmstopp verbrachten wir drei Stunden auf dem Boot, was zumindest bei mir zu leichter Seekrankheit führte. Die war aber vergessen war, als wir das Boot endlich verlassen und im kristallklaren Wasser schwimmen gehen konnten.

Auch das Mittagessen schmeckte wirklich vorzüglich, denn es gab direkt an Bord Gegrilltes, griechischen Salat, Tzatziki und Brot. Einfach, aber wirklich lecker. Nach dem Stopp war die anfängliche Enttäuschung über die lange Fahrt vergessen. Wir freuten uns alle auf die nächsten Stopps, wobei uns das Meer und vor allem Quallen abermals einen Strich durch die Rechnung machten. Denn auch andersrum konnten wir aufgrund des hohen Wellengangs nicht um die Insel herumfahren, sodass wir umkehren und zurück Richtung Hafen fahren sollte. Mit einem weiteren Schwimmstopp, der zwar stattfand, aber von uns Touristen nicht wahrgenommen wurde, da sich überall im Wasser Quallen befanden. Die konnten wir nicht zuordnen und wollten auch lieber nicht herausfinden, ob sie giftig sind. Alles in allem war die Inselrundfahrt oder eben auch Nicht-Rundfahrt eher enttäuschen, was aber vor allen an den Bedingungen lag. Ich würde den Versuch auf jeden Fall noch einmal wagen, mit der Hoffnung, dass die Insel, dann einmal umfahren werden kann. Denn der eine Stopp, den wir hatten, war wirklich fantastisch.

Städtetipps für Thassos

1. Limenas – Schätzchen direkt am Hafen

Wer die Insel Thassos besucht, der kommt um die Stadt Limenas eigentlich gar nicht herum, denn sie grenzt direkt an den Hafen. Wir verliebten uns direkt am ersten Tag in sie, sodass wir sie im Laufe unseres Urlaubs immer mal wieder besuchten. Zunächst liefen wir bei Tag einfach durch das Städtchen und erkundeten die zahlreichen kleinen Gassen. Bei unserem nächsten Besuch fanden wir dann heraus, dass durch eine „kleine“ Wanderung ein Amphitheater zu erreichen ist. Diese  „kleine“ Wanderung sollte man allerdings nicht unterschätzen, denn zumindest ich machte den Fehler und lief in Schlappen und ohne einen Sonnenhut den Berg zum Theater hoch. Das führte dazu, dass ich vollkommen fertig und mit einem leichten Sonnenbrand oben ankam.

Jedoch lohnt es sich auf jeden Fall, das Theater zu besichtigen, was schon ziemlich verfallen ist, momentan aber wieder aufgebaut wird. Neben dem Theater bietet der Platz auch einen tollen Blick aufs Meer. Auch bei Nacht lohnt sich ein Ausflug nach Limenas, denn in der Abenddämmerung oder im Mondschein wirkt die Stadt noch mal ganz anders und scheint richtig aufzublühen. Neben zahlreichen Restaurants, die mittags häufig noch geschlossen hatten, bietet die Stadt auch einen kleinen Rummel, der besonders durch sein traditionelles Karussell auffällt.

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2. Limenaria – mit schöner Uferpromenade

Auch die schöne, kleine Stadt Limenaria besuchten wir zwei Mal. Sie zeichnet sich durch eine süße kleine Uferpromenade mit verschiedenen Restaurants und Geschäften aus. Die verkaufen viele Andenken, aber auch typisch Griechisches wie Oliven oder Olivenöl. Verglichen mit Deutschland, ist gerade Öl auf Thassos recht günstig, sodass es sich durchaus lohnt, die eine oder andere Flasche mitzunehmen. Den Strand habe ich in Limenaria als nicht ganz so schön empfunden, da er ziemlich steinig war und man bis zum nächsten sandigen Stück eine Weile hätte laufen müssen, was wir aber aus zeitlichen Gründen nicht mehr geschafft haben.

Mit dem Auto einmal um die Insel – echt

Nachdem unsere Inselrundfahrt mit dem Boot am Anfang des Urlaubs gescheitert war, entschieden wir uns dafür, das Ganze noch einmal mit dem Auto zu versuchen. In ca. sechs Stunden schafft man es gut einmal um die Insel, wenn man zwischendurch an Aussichtspunkten, besonders schönen Stränden oder Dörfern anhält. Wir fuhren los in Skala Kallirachi und hielten das erste Mal an einem Aussichtspunkt kurz vor Skala Marion. Von dort hatten wir einen tollen Blick auf die Stadt, aber auch auf das Meer. Dann hielten wir nochmal in Limenaria und fuhren weiter, bis wir am Straßenrand ein Gebäude fanden, was wirklich hübsch und gut gepflegt aussah. Im Vergleich zu den meisten anderen Bauten, ausgenommen den Kirchen, sieht man auch Thassos die griechische Wirtschaftskriese ziemlich an.

Schöne Häuser verfallen und häufig wurde der Bau von neuen Häusern mittendrin einfach abgebrochen. Die Bauten, die sich als Nonnenkloster Archangelou herausstellten, waren wirklich beachtlich. Als Tourist hatte man die Möglichkeit, sich vor Ort umsonst Kleidung auszuleihen, die Schultern und Knie bedeckten und den äußeren Teil des Klosters zu besichtigen. Hier muss ich allerdings sagen, dass ich von meinen Mittouristen wirklich enttäuscht war, da vor dem Kloster ein großes Schild stand, das Fotografieren und Videoaufnahmen auf dem Gelände ausdrücklich verbat. Viele ignorierten das Verbot aber einfach, was ich als ziemlich pietätlos empfand. Auch wenn man das Kloster nicht besuchen will, lohnt sich der Stopp hier allemal, denn von dort aus hat man einen tollen Blick aufs Meer. Ein weiteres Mal hielten wir an einem Strand, den wir aber schnell wieder verließen, da es sich dabei eher um einen Touristenstrand handelte und er deshalb total überfüllt war. Wir entschieden uns also dann lieber an „unseren“ kleinen Strand in Skala Kallirachi zu gehen.

Thassos Geheimtipp Griechenland Ägypten

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Die Insel Thassos kann ich euch alles in allem sehr empfehlen, da ich wirklich einen tollen Urlaub hier verbracht habe. Ich hoffe, ich konnte sie euch durch meinen Reisebericht etwas näher bringen und ihr habt ein mögliches Ziel für euren nächsten Urlaub!

Wo habt ihr euren Sommerurlaub verbracht? Wart ihr vielleicht sogar schon Mal auf Thassos? Schreibt es mir doch in die Kommentare.

Eure Jana

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