Sommerurlaub im Frühling – Kapverden als Geheimtipp für Individualreisen

Die Tage werden noch immer kälter, das Wetter ungemütlicher…  für mich die optimale Zeit, den ersten Sommerurlaub des Jahres zu planen. Bestens eignen sich dafür die kapverdischen Inseln, eine Inselgruppe im Atlantik, ungefähr auf Höhe Senegals. Warum sich diese Inselgruppe dafür anbietet? Das ganze Jahr über findet man hier Sonne und angenehme Temperaturen um die 25 Grad.

Außerdem wird diese Insel immer mehr zum Trendziel, der Tourismus boomt, nach und nach werden auf allen Inseln Flughäfen gebaut, sodass man auch problemlos von Insel zu Insel reisen kann. Und trotzdem sind die Inseln noch nicht überlaufen. Ich verbrachte dort im März 2018 eine Woche alleine – und ich würde es wieder tun. Ungelogen, ich war noch nie so entspannt, wie nach dieser Woche.

Die touristisch am weitesten entwickelten Inseln der Kapverden sind Sal und Boa Vista. Ich entschied mich für letztere – und ich würde es wieder tun. Auf Boa Vista gibt es große Hotelketten, meist als Pauschalreise von TUI angeboten. Ich entschied mich dagegen und suchte mir ein etwas zentraler gelegenes Airbnb – All inclusive-Urlaub ist einfach nichts für mich – und ich würde auch das genauso wieder tun. Anmerkung an dieser Stelle: Diese Phrase wird sich durch den gesamten Artikel ziehen. Sorry not sorry.

Hotel direkt am Strand, Liege kostenlos – ein Traum

Also, mein Hotel lag in Sal Rei, der Hauptstadt der Insel, und das war mein Ausblick:

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Wichtig war für mich eine Lage unweit eines Strandes. Ich ging also aus der Tür heraus, drehte mich nach links, und sah den Strand. Einen schier unendlichen Strand. Weißer Sand, türkis-blaues Wasser. Ich war angekommen.

Es ist vollkommen problemlos, einfach kilometerlang am Strand zu spazieren, über Dünen, an Restaurants, Cafés, Strandbars vorbei, bis man ein Plätzchen findet, an dem man sich wohl fühlt. Hat bei mir nicht lange gedauert, trotzdem bin ich einen halben Tag lang einfach nur spaziert, gute 10 Kilometer. Zwei volle Tage habe ich dagegen in zwei verschiedenen Strandbars verbracht – und ich würde es wieder tun.

Das Lustige dabei ist, dass ich mir einfach eine Liege geschnappt habe, mein eigenes Wasser dabei hatte, und den Service der Bar eigentlich nur zum Mittagessen in Anspruch genommen habe. Und es war vollkommen in Ordnung. Entweder musste man für die Liegen, anders als in den meisten Touristengebieten in Europa, nichts bezahlen, oder die Kellner waren einfach zu höflich, um mich um Geld zu bitten. Oder es war ihnen egal.

Die Straßenhunde sind übrigens vollkommen harmlos und werden – auch in den Strandbars – geduldet. Sie legen sich einfach unter die Liegen, um etwas Schatten zu suchen und bewegen sich dann erst irgendwann wieder weg, wenn sie Hunger haben. Oder verjagt werden.

Wichtig, ausgesprochen wichtig: Sonnencreme. Auch wenn es bewölkt sein sollte, die Sonne ist wirklich stark und man verbrennt sich sehr schnell. Ich habe mir bspw. die Ohrläppchen so brutal verbrannt, dass darauf Blasen entstanden sind, ich nicht mit dem Kopf auf der Seite schlafen konnte, und auch meine Cap nicht mehr wie gewohnt aufsetzen konnte – das würde ich nicht wieder tun.

Tipps für Ausflüge auf Kapverden

Abgesehen von diesen zwei Tagen in den Strandbars, habe ich insgesamt drei Ausflüge gemacht.

Ausflug Nr. 1: Tagestrip auf die Insel Praia mit geführter Tour

Mehrere Reiseveranstalter bieten diese Tour an. Auch TUI. Ich dachte mir allerdings, warum sollte ich mich von einem deutschen Reiseleiter herumführen lassen, der seine Informationen aus Büchern und Schulungen hat, wenn ich auch an der englischsprachigen Tour teilnehmen kann, die von einem Einheimischen geführt wird. Also kurzerhand in den englischen Bus gesetzt und ab dafür – und ich würde es wieder tun.

Die Tour über die Insel ging durch Cidade Velha, gleichzeitig eine der ältesten Städte, die ehemalige Hauptstadt der Kapverden, und heutiges Weltkulturerbe. Außerdem ging es in die heutige Haupstadt Santiago. Eine weitere Station war die Besichtigung einer Grogue-Farm. Gar nicht mein Ding, zu stark für mich. Fazit: wunderschön. Außerdem unheimlich freundliche Menschen, und unglaublich höfliche Schulkinder, die dort Umfragen geführt haben (Schulprojekte) – kaum zu vergleichen mit den Schulkindern hier in Deutschland.

Ausflug Nr. 2: Quadtour durch den Süden Boa Vistas

Die Quadtour hatte ich über eine private deutsche Reiseleiterin, die früher für TUI arbeitete und sich mittlerweile auf Boa Vista selbstständig gemacht hat, online gebucht. Die Tour dauerte vier Stunden und wurde von der Organisation QuadZone durchgeführt – von Abholung am Hotel, bis zur stetigen Begleitung und Hilfe bei der Route sowie Rücktransfer alles inklusive. Außerdem mit dabei: ein Fotograf, der vorgefahren ist und anschließend von jedem Einzelbilder an verschiedenen Stellen gemacht hat. Grade, wenn man, wie ich, alleine auf dem Quad unterwegs war, ein hervorragender Zusatzservice (kostet glaube ich 10-20 € im Nachhinein…etwas teuer, aber das war es mir wert – ich würde es wieder tun).

Die Route ging von der Basis (Quad Zone) aus über Dünen, Strände, und Steppe entlang – vier echt anstrengende Stunden – aber ich würde es wieder tun. Das Highlight dieses Trips war definitiv der Aufenthalt und die Fahrt entlang des Santa Monica Beach.

Ausflug Nr. 3: Geführte Tour um die gesamte Insel

Auch diesen Ausflug hatte ich über besagte Reiseleiterin online gebucht, ein Ganztagestrip um die gesamte Insel. Dieses Mal nicht mit dem Quad, sondern mit drei offenen Pickups. Vom Schiffswrack Cabo de Santa Maria, wohin man laut einigen Blogs bloß nicht alleine hin sollte (anscheinend häufiger Überfälle, da sehr abgelegen und schwer zu erreichen), über die Route 66 Boa Vistas (Bild unten), bis hin zum Santa Monica Beach, den Dünen von Morro de Areia, und dem Praia de Varandinha alles dabei, was man auf dieser wirklich wunderschönen Insel gesehen haben sollte. Außerdem enthalten: Verkostung kapverdischen Grogues und Pontche (wie erwähnt, definitiv nicht mein Ding) sowie Mittagessen in einem kapverdischen Restaurant inklusive einer kapverdischen Spezialität – Zicklein. Super lecker!

Ihr merkt es schon, ich komme beim Erzählen über diesen Urlaub sehr ins Schwärmen und würde am liebsten sofort wieder zurück. Bestes Wetter, viel zu erleben und nette fröhliche Menschen. Wobei man dazu sagen muss, dass viele dir etwas verkaufen wollen. Aber so ist das halt, ist ja in anderen Ländern nicht großartig anders. Wenn man mit einem Lächeln dankend ablehnt, ist auch alles in Ordnung. Wenn man sich auf ein Gespräch einlässt, erfährt man, dass gefühlt jeder einen Cousin in Deutschland hat, meist Köln, oder Hamburg, zufällig also die Orte, von denen aus auch die TUI-Maschinen aus Deutschland gehen… Zufälle gibt’s.

Zusammengefasst – ich würde es, wie schon erwähnt, definitiv wieder tun. Und ich kann jedem nur diesen momentan vielleicht noch recht geheimen Tipp empfehlen! Vielleicht sieht man sich ja dann auch vor Ort wieder.

Macht’s gut! Euer Yanni

About Yannik:

Yannik hat bereits während seines Studiums mehrere Semester im Ausland verbracht. Seitdem nutzt er jeden Urlaub, um neue – am liebsten – sonnige Orte zu entdecken. Mit dabei ist immer seine Kamera, um die schönsten Momente einzufangen. Damit bringt er sich und euch auch etwas Medizin gegen das Fernweh mit.

1 Comment

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  1. 1
    Valerie

    Hallo Yannik,

    dein Beitrag ist super interessant. Ich und eine Freundin machen gerade eine West afrika Tour und wollen zum Abschluss auf die Kap Verden. Wir sind gerade am planen auf welche inseln wir gehen sollen und welche Flüge wir buchen müssen. Wie bist du denn von boa vista nach Praia gekommen? Gibt es da fähren? Wir finden online nicht viel.

    Liebe Grüße und schon mal Danke!
    Valerie

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